Immer mehr Eigentümer von Gewerbe- und Industriegebäuden entdecken das Potenzial ihrer ungenutzten Dachflächen. Statt lediglich Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, kann ein Gewerbedach durch die Verpachtung an einen Photovoltaik-Projektentwickler zu einer zuverlässigen Einnahmequelle werden. Doch wie läuft eine Dachverpachtung konkret ab? Welche Erfahrungen haben andere Eigentümer gemacht? Und welche Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden? Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen umfassenden Überblick.
Ablauf der Dachverpachtung in 6 Schritten
Die Verpachtung einer Dachfläche für Photovoltaik folgt einem bewährten Ablauf, der für den Eigentümer weitgehend unkompliziert ist:
1. Erstanfrage und Dachprüfung: Sie melden Ihre Dachfläche bei DachMakler an. Anhand von Satellitendaten und Ihren Angaben prüfen wir, ob Ihr Dach grundsätzlich geeignet ist. Wichtig sind vor allem die Fläche (ab 1.000 m²), die Ausrichtung und der Zustand des Dachs.
2. Angebote von Projektentwicklern: DachMakler vermittelt Ihre Dachfläche an geprüfte Photovoltaik-Projektentwickler. Sie erhalten in der Regel mehrere Angebote mit unterschiedlichen Konditionen und können vergleichen.
3. Technische Prüfung vor Ort: Der ausgewählte Projektentwickler besichtigt Ihr Dach, prüft die Statik, die Dacheindeckung und die Möglichkeiten für den Netzanschluss. Diese Prüfung ist für Sie kostenlos.
4. Vertragsverhandlung und Unterschrift: Der Pachtvertrag wird ausgehandelt. Darin werden Laufzeit, Pachtzins, Rückbaupflicht, Versicherung und weitere Konditionen festgelegt. DachMakler unterstützt Sie bei der Prüfung der Vertragsbedingungen.
5. Installation der Photovoltaikanlage: Der Projektentwickler finanziert, plant und installiert die Solaranlage auf Ihrem Dach. In vielen Fällen wird das Dach vorher auf Kosten des Betreibers saniert. Die Bauphase dauert je nach Größe wenige Wochen bis Monate.
6. Pachteinnahmen erhalten: Sobald die Anlage in Betrieb ist, erhalten Sie regelmäßige Pachtzahlungen. Die Vertragslaufzeiten betragen üblicherweise 20 bis 30 Jahre, sodass Sie langfristig planen können.
Erfahrungen von Dacheigentümern
Die folgenden Beispiele zeigen typische Erfahrungen von Eigentümern, die ihre Dachflächen bereits verpachtet haben:
Fabrikbesitzer mit Flachdach
Ein mittelständischer Produktionsbetrieb in Nordrhein-Westfalen verfügt über ein 3.500 m² großes Flachdach. Der Eigentümer hatte zunächst Bedenken wegen der Statik, doch die technische Prüfung ergab, dass das Dach die zusätzliche Last problemlos tragen kann. Nach dem Vergleich von drei Angeboten entschied er sich für einen Projektentwickler, der neben einem attraktiven Pachtzins auch einen günstigen Eigenverbrauchstarif anbot. Die Anlage wurde innerhalb von sechs Wochen installiert. Der Eigentümer profitiert nun von jährlichen Pachteinnahmen und spart zusätzlich bei seinen eigenen Stromkosten.
Landwirt mit sanierungsbedürftigem Scheunendach
Ein Landwirt in Niedersachsen besitzt eine große Scheune mit einem Dach aus Faserzementplatten. Das Dach war sanierungsbedürftig und hätte den Landwirt als Eigeninvestition einen fünfstelligen Betrag gekostet. Durch die Dachverpachtung übernahm der Projektentwickler die komplette Dachsanierung und ersetzte die alten Platten durch neue Trapezbleche. Im Gegenzug erhält der Betreiber das Recht, die Solaranlage 25 Jahre lang zu betreiben. Der Landwirt spart sich die Sanierungskosten und erhält zusätzlich Pachteinnahmen.
Logistikunternehmen mit großer Lagerhalle
Ein Logistikunternehmen in Bayern stellte seine 8.000 m² große Lagerhalle zur Verfügung. Aufgrund der enormen Fläche erhielt das Unternehmen besonders attraktive Konditionen. Der Projektentwickler installierte eine Anlage mit über 1 MWp Leistung. Das Unternehmen nutzt einen Teil des erzeugten Stroms für den eigenen Betrieb zu einem Preis deutlich unter dem Marktpreis und erhält darüber hinaus eine jährliche Pacht.
Häufige Fehler vermeiden
Damit die Dachverpachtung für Sie zum Erfolg wird, sollten Sie diese fünf häufigen Fehler kennen und vermeiden:
1. Keine Angebote vergleichen: Viele Eigentümer nehmen das erstbeste Angebot an, ohne den Markt zu prüfen. Die Pachtpreise können je nach Projektentwickler erheblich variieren. Lassen Sie sich immer mehrere Angebote erstellen und vergleichen Sie die Konditionen sorgfältig.
2. Grunddienstbarkeit nicht verstehen: Für die Photovoltaikanlage wird in der Regel eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch eingetragen. Lesen Sie die Details genau und lassen Sie sich beraten, was diese Eintragung für Ihr Grundstück bedeutet.
3. Statik nicht prüfen lassen: Nicht jedes Dach kann die zusätzliche Last einer Solaranlage tragen. Eine statische Prüfung vor Vertragsabschluss ist unerlässlich. Seriöse Projektentwickler führen diese Prüfung auf eigene Kosten durch.
4. Zu niedrige Pachtpreise akzeptieren: Informieren Sie sich über marktübliche Pachtpreise. Nutzen Sie unseren Pachtrechner, um eine erste Einschätzung zu erhalten. Dachflächen ab 1.000 m² in gutem Zustand erzielen derzeit attraktive Pachteinnahmen.
5. Eigenverbrauch nicht berücksichtigen: Wenn Sie selbst Strom verbrauchen, kann die Eigenverbrauchsoption besonders lukrativ sein. Viele Projektentwickler bieten vergünstigten Solarstrom direkt vom Dach an. Fragen Sie gezielt nach dieser Möglichkeit.
Checkliste: Ist mein Dach geeignet?
Bevor Sie eine Dachverpachtung in Betracht ziehen, prüfen Sie diese Mindestvoraussetzungen:
- Mindestfläche: Ab 1.000 m² Dachfläche ist eine wirtschaftliche Photovoltaikanlage möglich. Größere Flächen erzielen in der Regel bessere Konditionen.
- Dachzustand: Das Dach sollte in gutem Zustand sein oder sanierungsbedürftig. Im zweiten Fall übernimmt der Projektentwickler häufig die Sanierung.
- Verschattung: Geringe bis keine Verschattung durch umliegende Gebäude, Bäume oder andere Hindernisse. Eine optimale Sonneneinstrahlung erhöht die Wirtschaftlichkeit.
- Restlebensdauer: Das Dach sollte eine Restlebensdauer von mindestens 20 Jahren aufweisen oder im Zuge der Verpachtung saniert werden.
- Statik: Die Dachkonstruktion muss die zusätzliche Last der Solarmodule tragen können. Dies wird im Rahmen der technischen Prüfung festgestellt.
- Netzanschluss: Ein geeigneter Netzanschlusspunkt in der Nähe erleichtert die Anbindung der Anlage und senkt die Installationskosten.
Fazit: Dachverpachtung lohnt sich
Die Erfahrungen zahlreicher Dacheigentümer zeigen: Die Verpachtung einer Dachfläche für Photovoltaik ist eine attraktive Möglichkeit, ohne eigenes Investment und ohne eigenen Aufwand regelmäßige Einnahmen zu erzielen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Vergleich mehrerer Angebote, der sorgfältigen Prüfung des Pachtvertrags und der Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Vermittler wie DachMakler.
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